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Britta Eriskat vor dunklem Hintergrund, in einem Lichtstreifen stehend.
Form. Spur. Schichtung. Resonanz.

Atelier.Eriskat ist ein Arbeitsfeld für grafische, serielle, skulpturale und räumliche Arbeiten.

Aus Bewegung, Spur und Schichtung entstehen Formen, die zwischen Fläche und Raum, Verdichtung und Durchlässigkeit operieren.

* Found in Translation

bezeichnet den Prozess, in dem Material, Handlung und Wahrnehmung ineinander übergehen.

Hände von Britta Eriskat ordnen Papierarbeiten auf einem Holztisch; eine Arbeit im Format Din A5 wird in der Hand gehalten.

Prinzip

Ein Punkt wird zur Linie, eine Linie zum Feld, ein Feld zum Raum.

Dies ist das Prinzip, das sowohl den Hintergrund der Arbeiten als auch die jeweilige Arbeitssituation bestimmt.

Der Punkt bezeichnet einen Ort im Material – den Moment, in dem eine Handlung ansetzt und Bewegung entsteht. Bewegung wird zur Linie; die Linie beschreibt Weg, Handlung und Zeichnung zugleich. Wo Bewegung auf Material, Ort oder Gegenüber trifft, entsteht ein Feld. Wenn dieses Feld trägt, bildet es Raum – den Ort, an dem Arbeit möglich wird.

Dieses Prinzip ist nicht an einen festen Ort gebunden.

Die Arbeit entsteht dort, wo sich eine tragfähige Konstellation aus Material, Situation und Handlung bildet. Das Atelier ist kein stationärer Raum, sondern eine jeweils entstehende Arbeitssituation. Entscheidend ist die Passung dieser Konstellation – Material, Situation und Handlung müssen tragfähig sein.

Es entstehen Arbeiten in Schichtungen, mit Abdrücken, Überlagerungen und Aussparungen, mit partiellen Rücknahmen innerhalb neuer Schichten. Wiederholung und minimale Verschiebung sind leitend. In dem Moment, in dem eine Arbeit Raum bildet, kann sie abgeschlossen werden.

Die abschließende Setzung erfolgt nicht am Anfang, sondern dort, wo eine Arbeit trägt: im Moment der Verdichtung und des Abschlusses. Autorschaft liegt in Auswahl, Begrenzung und Verantwortung für Form und Wirkung, nachdem sie entstanden sind.

Die Praxis ist handwerklich geprägt und zugleich prozessorientiert: schichtbar, revidierbar und wiederaufnehmbar.

Die Herkunft aus dem grafischen Gewerbe zeigt sich in der präzisen Arbeit mit Material, Werkzeug und Prozess, in seriellen Verfahren sowie in einer ausgeprägten Sensibilität für Maß, Rhythmus und Wiederholung.

Papier ist das zentrale Arbeitsmaterial.

Es bildet den Ausgangspunkt der Arbeit. Es ist verfügbar, leicht, platzsparend und vielseitig einsetzbar. Auf dieser Basis entstehen grafische Arbeiten, serielle Drucke, Schablonen, Fotografien sowie skulpturale und räumliche Formen. Häufig wird mit gefundenem oder bereits zirkulierendem Material gearbeitet, das im Alltag begegnet und formales Potenzial trägt.

Die Arbeitsweise ist technisch offen.

Drucken, Schneiden, Falten, Schichten und Bauen. Papier fungiert sowohl als Endmaterial wie als Übergangsmedium. In einzelnen Arbeiten wurde es über Wachs in Bronze überführt – vom fragilen, vergänglichen Trägermaterial zu einem schweren, Objekt, das überdauert. Die Fragilität bleibt als Ausdrucksqualität erhalten.

Der Kontrast von Wertigkeit und Alltäglichkeit ist Teil der Arbeit und wird bewusst gesetzt.

Hochwertige Materialien wie Blattgold, Schellack oder Bronze treten in Beziehung zu einfachen Trägern, Fundstücken oder Verpackungsmaterialien. 

Praxis

Wiederkehrend sind Kreise, Segmente, Hüllen, Löcher und Verdichtungen.

Die einzelnen Arbeiten bilden ein zusammenhängendes Feld aus grafischen, seriellen, skulpturalen und räumlichen Arbeiten. Sie sind eigenständig und zugleich kompatibel.

In bestimmten Werkgruppen treten Raumkörper stärker in den Vordergrund.

Diese Arbeiten schneiden Raum: von vorn geöffnet, nach außen gerichtet, in der Tiefe strahlend. Verdichtung kann sich zur Klarheit verschieben; parallele Gesten derselben Form zeigen unterschiedliche Zustände einer Bewegung.

Die Arbeiten bewegen sich zwischen Fläche und Raum, Ordnung und Abweichung, Halt und Durchlässigkeit. Es sind gesetzte Formen, deren Gleichgewicht sich im Blick immer wieder neu justiert.

Arbeiten

Hasami, Klein und Hasami, Groß (2025)

Sonne, Mond und Erde

Kleines Paravent (2019) und Baumhasel (2025)

Filter und Verdichtung

Hasami, Klein und Hasami, Groß (2025)

Raum, Fläche und Punkt

Kaffee, Großes Seidenpapier (2020) und Meissen (2025)

Membranen

Hasami, Klein und Hasami, Groß (2025)

Figur und Segment

Kontexte

Kollektives Arbeiten ist selbstverständlich, geprägt durch eine Szene in München mit Verbindungen nach Hamburg.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit von Britta Eriskat entsteht aus Konstellationen. Kunst, Musik, Theater, Grafik, Fotografie, Comics und Räume waren von Beginn an miteinander verbunden. 

Diese Haltung prägt auch die Präsentationen.
Arbeiten werden dort gezeigt, wo sich Räume anbieten: in temporären Nutzungen, Schaufenstern oder unabhängigen Ausstellungsorten.

 

Frühe und prägende Ausstellungen fanden unter anderem in einer Autowerkstatt im Münchner Glockenbachviertel oder in einer ehemaligen Metzgerei im Schanzenviertel in Hamburg statt.

Kooperationen sind Teil der Arbeit.

Ausstellung

Monaden und Nomaden

Einzelausstellung

9.–21. März 2026
Stuttgart

Dengler & Dengler
Galerie für Schöne Künste

Rosenbergstraße 102a

70193 Stuttgart

www.denglerunddengler.de

Vernissage:

6. März 2026 

19:00 Uhr

Finissage:

21. März 2026

18:00–1:00 Uhr

mit Musik von Norbert Graeser (Monostars) im Rahmen der Langen Nacht der Museen.

Hintergrund

Britta Eriskat arbeitet mit seriellen Variationen von Kreisformen, Rasterstrukturen und Schichtungen. Ausgehend von grafischen Prinzipien entstehen Konstellationen aus ähnlichen Elementen, die sich zu offenen Systemen fügen und zugleich jeder festen Ordnung entgleiten.

In Schichtungen aus Farbe, Blattgold, Schellack und gefundenen Materialien überlagert, nimmt partiell zurück und setzt neue Ebenen darüber. Schablonen und einfache Drucktechniken setzt sie frei Hand, ohne festes Raster. So entstehen leichte Verschiebungen, durch die das starre Gefüge in Bewegung gerät – die Veränderung selbst wird zum Prinzip der Arbeit.

Das ist die Verbindung von Monaden – dem Einzelnen, Geschlossenen – und Nomaden – dem Bewegten, Verschobenen. Zwischen diesen Polen entfalten sich Eriskats Arbeiten: als fragile Ordnungen, deren Gleichgewicht sich im Blick des Betrachters ständig neu formt.

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